Die letzten 14 Tage habe ich eine Detox-Kur gemacht. Zucker, Gluten und Kaffee weggelassen, 3 x täglich gegessen, nur Gesundes, vor allem Gemüse. Und nichts zwischen diesen drei Mahlzeiten. Ich habe nie Hunger gelitten. Es war leicht. Es ist schön für mich, so zu leben.
„Erhebet die Herzen“ – kennst du das? Es kommt in der katholischen Messe vor.
So fühle ich mich jetzt. Erhebe dein Herz – und mit dem Herzen: erhebe deinen Körper.
Mein „Körperhaus“, in dem ich wohne. Es ist jetzt so angenehm und wohlig, hier zu wohnen.
Der Körper wird zu einem Ort, an dem du gerne bist. Frische Luft. Zuversicht. Energie. Freude. Geschmeidigkeit.
Was das mit Stimme und Kommunikation zu tun hat? Ganz viel.
Selbstfürsorge –
sie wirkt auf deine Kommunikation
Wir sind achtsam und aufmerksam, zuvorkommend und hilfsbereit, wir bemühen uns um Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, wir „reißen uns einen Haxen aus“ – FÜR DIE ANDEREN. Oft.
Da bekommen wir ja auch gleich ein „Danke!“, Lob und Anerkennung oder zumindest keine Rüge. Das ist messbar – wir spüren es im Dialog, wenn wir etwas für die anderen gut gemacht haben. Da kommt wie eine Spiegelung etwas zurück. Nicht immer sofort, aber es gibt meist eine Antwort.
Wie ist das mit uns selbst? Da geht noch was, das schaffe ich noch, mache ich noch schnell, esse ich halt am Weg ein Weckerl, mache ich noch am Abend, gehe ich später ins Bett, schau ich noch aufs Handy nur 5 Minuten, dann sind es 40, ziehe ich mir noch eine Serie rein, schlafe zu wenig, esse viel Süßes, das streichelt ein bisschen, zwänge mich in die enge Jeans hinein, bin müde, das geht schon – mit ein paar Tassen Espresso.
NO GO! NO GO! Sich selbst so achtlos und lieblos zu behandelt? Um zu funktionieren, um genug Leistung zu bringen, um es den Anderen recht zu machen?
Der Wendepunkt: sich selbst zuhören
Mitten in meiner Detox-Kur habe ich begonnen, radikal umzudenken:
- Ich höre auf die Signale meines Körpers – ich nehme sie ernst.
- Wenn ich eine Pause brauche, mache ich sie.
- Ich gehe an die frische Luft, bewege mich.
- Ich esse bewusst und regelmäßig.
Das klingt einfach. Ist es auch. Und gleichzeitig verändert es alles.
Denn: Deine Selbstfürsorge ist die Grundlage deiner Wirkung.
Dein Körper ist dein wichtigstes Kommunikationsinstrument
Kommunikation beginnt nicht mit Worten. Sie beginnt im Körper.
Deine Stimme klingt gern in einem ausgeruhten Körper, dein Zwerchfell bewegt sich unentwegt und schenkt dir dafür, für die Stimme nämlich, ausreichend Atem. Dein Gehirn ist leistungsfähiger, wenn es gut versorgt wurde. Deine Hände empfangen Signale aus dem Gehirn und lassen deine Worte durch ihre nonverbale Handsprache sichtbar werden. Der Körper ist ein hinreißendes Kommunikationsinstrument, alles fließt von alleine. Wenn es gut versorgt wurde. Von dir.
Und wenn Selbstfürsorge fehlt?
Müdigkeit und Erschöpfung lassen die Brust einsinken, die Schultern rollen nach vorne. Die richtigen Worte zu finden strengt an, es macht keinen Spaß. Die Arme hängen jetzt schlaff und die Hände sind auf stand by. Müde Gesten, wenn überhaupt. Oft wegwerfende Geste – weil „Keinen Bock“. Das wird spürbar, es überträgt sich auf die Gesprächspartner:innen. Die Stimme klingt jetzt matt oder schwach, mit Mühe und etwas Druck klingt sie gepresst. Da hört man nicht gerne zu. Da hört man lieber gleich mal weg. Das wollen wir nicht empfangen.
So wirkt sich mangelnde Selbstfürsorge auf die Kommunikation aus. Das lässt sich überspielen und kaschieren. Soso lala: eine Zeit lang und auch nicht richtig gut. Wir merken es trotzdem beim Zuhören – im Meeting, in deiner Präsentation und in jedem Dialog.
- Die Aufmerksamkeit lässt nach.
- Die Verbindung bricht leichter ab.
- Zuhören wird anstrengend.
Selbstfürsorge ist also kein Luxus. Sie ist die Voraussetzung für echte Präsenz.

Wenn du gut für dich sorgst, verändert sich alles
Wenn die Augen leuchten können und dein Körper gut versorgt und „wohl behütet und geliebt von dir“ in Dialog geht, dann ist das etwas ganz Anderes:
Leichtigkeit entsteht. Humor hat Platz. Du bist wach und beweglich, deine Expertise, deine Phantasie, deine Ressourcen, alles wird zugänglich für dich – und gleichzeitig spürbar für deine Gesprächspartner:innen. Deine ganze Persönlichkeit!
Fazit: Gute Kommunikation beginnt bei dir
Wenn du deine Kommunikation verbessern willst, frage dich bitte mal:
- Wie gut hörst du auf dich selbst?
- Wie gehst du mit deinem Körper um?
- Gönnst du dir Pausen, echte Nahrung, ausreichend Schlaf?
Natürlich spielen auch Sprechtechnik und Körpersprache-Tools eine wichtige Rolle in deiner Kommunikation, klar. Sie werden jetzt leichter abrufbar sein, wenn du sie für dich erarbeitet hast.
Selbstfürsorge ist keine Nebensache.
Sie ist die Grundlage deiner Stimme, deiner Präsenz – und deiner Wirkung.

