Warum mehr Offenheit gut tut – im Job und privat

„Ich möchte ja niemanden verletzen!“ Aus diesem Grund nehmen wir uns oft ein Blatt vor den Mund. Wer aber die eigene Meinung aus einer persönlichen Perspektive formuliert, schafft eine ehrliche Verbindung zu den Gesprächspartner:innen.

Gegenwind erwarten und aushalten können!

Wer eine klare Ansage macht, kann mit Widerstand rechnen. „Diese Email muss bitte heute noch raus.“ Welche Antwort wird kommen? Etwa so eine: „Heute? Das schaffe ich nicht, ich muss meine Tochter um 16:00 Uhr vom Hort abholen. Außerdem habe noch XY zu tun. Ich bin total gestresst, weil….“. Wie würdest du hier antworten, so?„Das verstehe ich gut, aber nimm die Email bitte vor, es ist mir wichtig. Wenn es länger dauert, organisiere bitte jemanden, der deine Tochter abholt.“ Punkt. Da kommt Frust auf. Da wird Widerwillen spürbar und da ist mit einer Gegenreaktion zu rechnen.

Wir zögern, weil Gegenwind unangenehm ist! Konsens ist schön. Kuscheln ist herrlich. Zufrieden schnurrende Kolleginnen und Mitarbeiter sind toll, ein harmonisches Miteinander. Aus diesem Grund weichen wir der klaren Ansage, dem Nein-Sagen und auch dem negativen Feedback unbewusst aus.

Warum Klarheit Erfolg bringt

Wenn du nachgibst, was passiert dann? In unserem Beispiel von oben kann du auch so antworten: “Ach so, du musst deine Tochter vom Hort abholen, das verstehe ich. Dann muss die Email bis morgen warten. Ich entschuldige mich bei Herrn Maier dafür.“ Wie unangenehm für dich! Besser du schreibst sie selbst? Obwohl das zu den Aufgaben meiner Kollegin gehört. NO GO! Und sie lernt: So wichtig ist es offensichtlich nicht, sonst hättest du ja darauf bestanden. Beim nächsten Mal wird sie deine Anweisung wieder ablehnen. Und dein Schreibtisch quillt über.

Das klare JETZT GLEICH ERLEDIGEN und das klare NEIN sind im Augenblick schwierig, denn meist fürchten wir den Frust oder ablehnendes Verhalten der Gesprächspartnerin: Wird sie mich dann noch mögen?

Die Antwort ist: JA! Deine Kollegin wird zuerst murren, dich dann achten und danach mögen. Unsere Kollegen und Mitarbeiterinnen brauchen Klarheit. Wir wollen einander spüren können. Wenn du nachgibst, ist das bequem für die anderen – aber Achtung erntest du nicht.

ICH-Botschaften sind der Schlüssel

Das ist nichts Neues, aber noch immer sind die Formulierungen aus der Ich-Perspektive ein Zauberschlüssel in schwierigen Situationen. Sie machen deinen persönlichen Standpunkt klar, sind frei von Vorwurf und Schuldzuweisung und bleiben dabei immer wertschätzend.

Ein „Für mich ist das sehr wichtig, bitte erledige es gleich,“ und ein „Ich weiß das kommt für dich überraschend, ich brauche es aber bitte sofort,“ oder ein „Das verletzt mich, können wir bitte freundlich miteinander reden,“ wird in der Regel von den Gesprächspartner:innen angenommen und gehört. „Du willst halt nicht arbeiten“ oder „Du bist immer unfreundlich“ führt hingegen zielsicher in den Konflikt.

Offenheit schafft Vertrauen

Für die weitere Zusammenarbeit sind diese kleinen „unangenehmen“ Momente sehr hilfreich: dein Gegenüber lernt, wer du bist und was du erwartest. Eine gute Investition in die nächste Situation, in der du eine Aufgabe delegierst oder eine Anweisung gibst. Das wird vielleicht schon morgen sein. Mit etwas Übung verschwindet auch das „unangenehm“ und nur die Klarheit bleibt. Was du dafür außerdem brauchst: die passende Körpersprache!

Wie deine Körpersprache dich unterstützen kann

Für eine klare Ansage braucht du deine Mitte! Damit meine ich, dass dein Kopf gerade bleibt und sich nicht zur Seite neigt. Dein Blick geht geradeaus zu deiner Gesprächspartnerin. Stell dir eine vertikale Linie vor, von deiner Scheitelkrone bis in dein Becken. Diese Linie, die Vertikale, soll gerade sein, wenn du Klartext reden willst. Ganz anders beim Plaudern: da neigen wir gerne den Kopf zur Seite, lächeln viel und beugen uns auch mal in Richtung des Gesprächspartners.

Deine Vertikale wird dir dabei helfen, deinen Standpunkt klar zu übermitteln.

Viel Vergnügen dabei!
Wenn du mehr wssen willst und Unterstützung brauchst, kontaktiere mich, ich würde mich freuen, mit dir zu arbeiten!

Liebe Grüße aus dem Sprechatelier

von Eva