Ruhe und Gelassenheit abrufen, bevor ein Konflikt entsteht

Es gibt diese Momente, in denen ein Gespräch plötzlich eng wird. Oder hitzig. Ungemütlich! Ein falsches Wort, eine missverständliche Geste, und schon steigt die Spannung. Viele Menschen reagieren in solchen Situationen automatisch, oft impulsiv – und hinterher fragt man sich, ob das wirklich nötig war. Self-Leadership bedeutet, in genau diesem Moment innehalten zu können, bewusst zu reagieren und die eigene Gelassenheit abzurufen. Und das lässt sich trainieren.
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Self-Leadership ist trainierbar

Die Fähigkeit, innere Ruhe zu bewahren, wird nicht einfach im Gespräch geboren. Sie entsteht durch gezielte Übungen, Atemarbeit und Präsenztraining. Wer regelmäßig übt, kann in kritischen Momenten auf diese Ressource zugreifen, noch bevor ein Konflikt eskaliert. Bevor er überhaupt entsteht. Kurz innehalten: den Atem wahrnehmen, die Sitzfläche spüren oder den Boden unter den Füßen. Sich tragen lassen – für den Hauch eines Moments. Den eigenen Körper spüren – das sind Schlüssel, die Türen öffnen, bevor Emotionen ungewollt überhand nehmen.

Der magische Moment vor dem Konflikt

Stell dir vor, du bist in einem Meeting, die Diskussion wird schärfer, das Herz klopft schneller. Du spürst die Spannung, und dann passiert etwas Wunderbares: Du hältst inne. Du sagst nicht das Erstbeste. Du gönnst dir einen Minimoment der Stille – du kommst zu dir. In deine Körperempfundung. In deinen Handlungsspielraum. Plötzlich bist du ruhiger und sehr präsent. Du entscheidest nun bewusst, wie du reagieren willst.

Dieser Augenblick ist der Kern von Self-Leadership: bewusst, achtsam, selbstbestimmt handeln.

Atem und Körperarbeit – dein Werkzeug für Gelassenheit

Ein sehr wirksames Instrument ist die Arbeit mit dem Atem und der Körpermitte. Hier eine Übung, die du durchführen kannst, um mit deiner Ruhe und Gelassenheit in Kontakt zu kommen:

  1. Position einnehmen: Setze dich bequem hin, die Hände liegen auf deiner Körpermitte, eine vorne, die andere hinten – zwischen deinem Nabel und dem Brustkorb.
  2. Körpermitte streichen: Streiche nun den Bereich der Körpermitte rundum. Hier unter dem Zwerchfell ist ein Ring von Organen: dein Magen, weiter rechts die Leber, hinten die beiden Nieren, links die Bauchspeichedrüsel, Galle und Milz. Das Streichen lenkt deine Aufmerksamkeit auf diesen Bereich. Hier ist viel Emotion beheimatet. Lass die Körpermitte bewusst entspannen. Seufze und atme leicht aus.
  3. Atem spüren: Lass nun die Hände zur Ruhe kommen, ein bleibt vorne, die andere hinten auf der Körpermitte liegen. Spüre die Bewegung des Atems. Lausche aufmerksam.

  4. Becken sanft schaukeln: Spüre den Kontakt zur Sitzfläche und lass das Becken nach voren und hinten schaukeln –  in ganz kleinen Bewegungen. Die Körpermitte darf sich nun angenehm vom Becken tragen lassen.
  5. Körpermitte drehen und summen: Deine Körpermitte darf nun in sich kreisen, in einer kleinen horizontalen Bewegung. Summe dabei genüsslich MMMH. Dieser Laut darf in der Körpermitte klingen. Spüre dann einen Moment nach. Wie fühlst du dich jetzt?

Diese Übung löst Verspannungen in der Körpermitte und beeinflusst unser Wohlbefinden positiv. Das Summen hat zudem eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem und steigert das Gefühl von Ruhe und Gelassenheit.

Warum diese Arbeit so effektiv ist

Wenn wir lernen, unseren Atem bewusst wahrzunehmen und die Körpermitte zu entspannen, hat das gleich mehrere positive Effekte: Wir können in angespannten Momenten innehalten. Und die eigenen Gfühle wahr- und ernstnehmen. Wir werden uns unserer eigenen Grenzen bewusster. Wir bewahren Gelassenheit, auch wenn andere emotional reagieren. Wir erhöhen die Präsenz und Aufmerksamkeit für unser Gegenüber.

All dies führt dazu, dass Kommunikation nicht nur effektiver, sondern auch wertschätzender wird. Dein Gegenüber spürt deine innere Ruhe und reagiert ebenfalls gelassener.

Integration in den Alltag

Am Anfang ist es nötig, die Übung ein- bis zweimal täglich alleine zu machen. Später kannst du den Zustand deiner Ruhe und Gelassenheit abnrufen, bevor ein Meeting beginnt, bevor du in ein schwieriges Gespräch gehst oder einfach, wenn du spürst, dass die eigenen Emotionen hochkochen. Durch regelmäßige Praxis wird dieser „magische Moment“ zu einer Ressource, die dir gehört.

Fazit

Self-Leadership ist kein abstraktes Konzept, sondern eine erlernbare Praxis. Wer Atem und Präsenz trainiert, kann Gelassenheit und Klarheit in schwierigen Situationen abrufen. Kurz innehalten, den Atem spüren, die Körpermitte entspannen und summen – das sind einfache, aber sehr wirksame Werkzeuge. Sie machen dich handlungsfähig, stärken deine Kommunikation und verbessern die Beziehungen zu deinem Umfeld.

Probiere es aus: Nimm dir heute ein paar Minuten Zeit, spüre deine Körpermitte, atme bewusst und summ dich ruhig. Du wirst überrascht sein, wie viel Ruhe und Kraft in dir steckt.

Wenn du Unterstützung brauchst, melde dich gerne!
Dein Atem ist ja auch eine Resspurce für deine Stimme.

Ich würde mich freuen, mit dir zu arbeiten!

Liebe Grüße aus dem Sprechatelier,
von Eva

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