Selbstwahrnehmung und Stimme – Schenken wir der Stimme Aufmerksamkeit und liebevolles Training, dann klingt sie voll, rund und schön. So wird Sprechen und Zuhören zu einem Vergnügen. Was wir dafür tun können und was das mit einer Verbesserung der Selbstwahrnehmung zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.

Am Anfang möchte ich dich auf ein Experiment mit deiner Stimme einladen. Bitte sag doch mal: „Ich freue mich so auf den Sommer!“ Ausprobiert? Sehr fein. Und jetzt noch einmal, aber mit einer Veränderung: Atme bitte während des Sprechens ein. Geht das überhaupt? Seltsam? So würdest du niemals reden. Oder? Du sprichst nämlich immer mit dem Ausatmen. Dein Ausatem fließt durch den Kehlkopf und bringt deine Stimmlippen zum Schwingen. Dann klingst, singst oder sprichst du.

Wenn du schweigst, sind deine Stimmlippen geöffnet und inaktiv. Kaum sagst du etwas, schließen sie sich, bis auf einen kleinen Spalt. Durch diesen fließt der in Schwingung versetzte Ausatem und – jetzt kommt das Tolle: Stimmklang entsteht! Je nach Muskelspannung erklingen nun hohe oder tiefere Töne. Die Laute werden erst weiter oben, durch Zunge, Mundinnenraum und Lippen und  gebildet.

Die Selbstwahrnehmung verbessern:
Dein Atem macht deine Stimme!

Warum ich das so genau beschreibe? Dein Atem macht deine Stimme. Deine Stimme kommt aus deinem Körper. Der Klang deiner Stimme entscheidet, ob man dir gerne zuhört, mit dir lacht und bereitwillig deine Ideen annimmt – oder ob man dich unterbricht und über dich drüber redet.

So wie du in diesem Augenblick gerade bist, was immer du gerade gerade tust: nimm bitte mal deinen Atem wahr. Die Bewegung des Atems. Wo in deinem Körper kannst du das spüren? Es sind sehr kleine Bewegungen! Im Bauch? In der Brust? Im Rücken? Im Becken?
Wenn dein Atem frei fließen darf, klingt die Stimme voll, rund und mühelos. Dafür brauchen wir Lockerheit in Gelenken und Muskulatur! Der Schultergürtel spielt dabei eine Hauptrolle: Alles, was sich verspannt und fest anfühlt, blockiert die Stimmvibration und hemmt die Atembewegung. Lockere deine Schultern und lass sie los. Sie dürfen auf dem Brustkorb ruhen. Entspanne nun auch deine Kiefergelenke. Summe mal genüsslich und leg dabei deine Hände übereinander auf die Brust. Kannst du die Stimmvibration wahrnehmen? So innig und sanft darf deine Stimme immer in dir klingen – auch wenn du sprichst.

 Selbstwahrnehmung und Stimme

Achtsamkeit und Selbstliebe

Menschen, die gut für sich selbst sorgen, ihren Körper liebevoll trainieren und pflegen, Sport machen und sich gesund ernähren, die eine Pause einlegen, wenn sie sie brauchen und mal etwas absagen, wenn sie müde sind – solche Menschen haben oft einen gewissen Glanz. Sie strahlen von innen. Warum? Weil sie sich selbst mögen und wir das spüren können. Ich achte schon lange darauf und finde das sehr anziehend. Es ist ein großes Thema, das ich hier so locker in den Mund nehme. Selbstliebe, Selbstakzeptanz, Selbstfürsorge. Achtsamkeit. Grenzen setzen dürfen. Aussprechen, wenn etwas nicht okay ist. Zu sich stehen. Das sind Dinge, die uns häufig schwerfallen. Persönlichkeitsentwicklung und Selbst-Wachstum ist erlaubt, erwünscht sogar, zum Glück!

Was das mit der Stimme zu tun hat? Und mit Selbstwahrnehmung? Selbstwahrnehmung und Stimme sind miteinander verflochten. Ich möchte dich einladen, deine Stimme liebevoll und bewusst in deine Kommunikation zu integrieren. Sie wird es dir danken und klingen. Deine Gesprächspartner:innen werden dich anders wahrnehmen: größer, sicherer und fröhlicher vielleicht. Wie das geht? Höre dir selbst zu während du sprichst!

Eine Stimmübung für dich
Wie du ohne Mühe klangvoll sprichst

Hier eine Übung für dich, die deine Selbstwahrnehmung und Stimme verbessern.

Bitte beginne mit einem kleine Warm up: Dehne dich, räkle dich genüsslich, strecke dich und seufze dabei von Herzen. Dann:

  1. Lies diesen Text und lausche dabei deiner Stimme im Raum. Höre dir einfach selbst zu, ganz entspannt:
    Komm Schnecke,
    besteig den Fuji,
    aber langsam, langsam.
  2. Jetzt mach es bitte noch einmal. Diesmal stell dir bitte vor, es gäbe ein Echo: wie in einer Kathedrale oder einer Höhle:
    Komm Schnecke (Lausche, stell dir vor: Schnecke….ecke…..ecke…)
    besteig den Fuji (Lausche wieder, stell dir vor: Fuji… uji… uji…)
    aber langsam, langsam. (Lausche:… angsam…., ….sam,….sam)Wie klingt deine Stimme, wenn du ihr  (und damit dir selbst) Aufmerksamkeit schenkst?
    Voller? Tiefer? Weicher? Größer?
  3. Transfer in den Alltag: Sprich einige Sätze. Was immer dir in den Sinn kommt. Übertrage deine Erfahrung in den Alltag, in deine Sprechweise. Lass deine Ohren offen, während du sprichst.

Mann hört konzentriert zu

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Deine Stimme ist ein machtvoller Player in der Kommunikation und die Visitenkarte deiner Persönlichkeit. Schenke ihr Zuwendung und achtsames Training.

Wenn du zu einem Schnuppertraining kommen möchtest, kannst du dich hier anmelden

Die Stimme lässt sich auch im Seminar-Setting gut kennenlernen und trainieren: Da können wir sie in Gruppenarbeit auch gleich spielerisch anwenden, z. B. in beruflichen Situationen, und einige Sprechtechnik-Tools dazu erobern. Zu meinen Firmenseminaren geht es hier

Für Fragen stehe ich immer gerne zur Verfügung!
Schreib mir einfach, wenn die Themen Stimme und Kommunikation dich interessieren.

Liebe Grüße aus dem Sprechatelier
Von Eva

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