6 Übungen

Die Stimme ist die Visitenkarte Ihrer Persönlichkeit!

Klingt Ihre Stimme voll, weich und unangestrengt, dann wird man Ihnen gerne zuhören! Bekommen Ihre Gesprächspartner Ihre Inhalte mit ausreichend Stimmvolumen ins Ohr geliefert, so werden sie sie mit Leichtigkeit annehmen können. Mühelosigkeit ist sehr attraktiv… Ihre Stimme spielt eine wichtige Rolle in Ihrem souveränen und überzeugenden Auftreten: Sie erzählt nonverbal – über ihren Klang – jede Menge über Ihre Befindlichkeit.

Wie entsteht Stimme, Klang und gesprochenes Wort?

Ihr Ausatem versetzt die Stimmlippen in Schwingung: Ziehen sie sich in die Länge, so schwingen sie schneller und die Stimme klingt höher. Mit geringerem Tonus schwingen die Stimmlippen langsamer und dadurch entstehen tiefere Klänge.  Ob hoch oder tief, laut oder leise: Der Klang Ihrer Stimme wird zu Lauten geformt – feinst artikuliert – und in Sprache verwandelt. Phonation ist der Fachausdruck dafür. Dieser zauberhafte Vorgang spielt sich zwischen den Stimmlippen und den Lippen ab: Im Vokalraum. Zungen- und Lippenmuskulatur vollführen artistische Kunststücke an Beweglichkeit, um Ihren Worten klangliche Gestalt zu geben und sie nun als Schallwellen über die Luft zu Ihrem Gegenüber zu transportieren.

Ihre Stimme braucht Pflege und Training

Immer wieder höre ich „Meine Stimme gefällt mir nicht!“ oder „Meine Stimme ist einfach so leise!“ oder „Wenn ich einige Minuten vor Leuten sprechen muss, spüre ich schon ein Kratzen im Hals.“ Ihre Stimme braucht Pflege und Training, um mehr Volumen zu bekommen! Die Stimme ist Teil des gesamten Körpers: Sind wir angespannt, müde oder krank, so wird das hörbar sein: Die Stimme klingt schwach, klein oder kläglich. Fühlen wir uns hingegen pudelwohl, so klingt meistens auch die Stimme frei! Lockerheit ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Ihren Stimmklang; und natürlich der Atem! Wir sprechen ja mit dem Ausatmen!

6 Übunungen für bessere Stimme

6 Übungen, um Ihre Stimme zu trainieren

1) Warm Up: Lockern und Dehnen

  • Strecken Sie einen Arm in Richtung Himmel: Laaaang werden, die Rippen dürfen sich seitlich weiten, mal rechts und mal links. Der Einatem wird sich dabei von alleine im Brustraum ausbreiten – das brauchen Sie für Ihre Stimme!
  • Lassen Sie Ihre Schulter kreisen, in beide Richtungen, und genießen Sie die Beweglichkeit.
  • Gehen Sie am Platz, heben Sie die Knie dabei hoch, Ihre Arme dürfen (jeweils zum diagonalen Bein) mitschwingen (atmen ist erlaubt)….. Bitte schneller gehen ;-) Bis Sie etwas außer Atem sind…
  • Streichen Sie mit den Fingerkuppen von den Kiefergelenken über die Wangen bis zum Kinn, einige Male. Lassen Sie den Unterkiefer dabei locker hängen, erlauben Sie sich etwas Abstand zwischen den Zahnreihen!
  • Und nun seufzen Sie dabei, aus tiefstem Herzen: HOOO, HAAA….
  • Tanzen Sie, bewegen Sie dabei genüsslich alle Gelenke und nehmen Sie sich viel Raum dafür!

2) Stimmvibration spüren

Im Sitzen: Lassen Sie Ihr Becken leicht nach vorne und nach hinten kippen, eine kleine Bewegung. Spüren Sie Ihre Sitzbeinhöcker? Suchen Sie den höchsten Bereich der Sitzbeinhöcker, bleiben Sie hier, aufgerichtet und in feiner Beweglichkeit. Nun legen Sie sich Ihre Hände übereinander auf die Brust, etwas unter das Kehlgrübchen. Sprechen Sie nun: SUMMMM, SUMMMM, SUMMMM, BIENCHENNN SUMMMM HERUMMM. Genießen Sie die M- und N-Laute. Spüren Sie die Stimm-Vibration unter den Händen? Das darf leise sein, angenehm und mühelos!

3) Brustraum weiten: Atem macht Stimme

Nun weiten Sie Ihren Brustraum nach vorne, da wo Ihre Hände gerade lagen! Sanft nach vorne öffnen und wieder in die Ausgangsposition, die Mitte, zurückkehren. Das Becken kippt dabei leicht nach vorne. Einige Male. Jetzt nehmen Sie Stimme dazu: Im Zurückkehren in die Mitte tönen Sie jetzt bitte: MMMH. Einige Male.

Nun weiten Sie Ihren Brustraum in seine Hinterseite, der Rücken darf dabei rund werden. Das Becken kippt leicht nach hinten. Mit Stimme: Tönen Sie in der Bewegung zurück: SOOO. In einer angenehmen Stimmlage. Experimentieren Sie mit der Tonhöhe, probieren Sie etwas höher und etwas tiefer zu tönen. Was immer von alleine und mit Leichtigkeit kommt ist gut!

4) Lauschen!

Im Stehen: Was Sie gerade im Sitzen geübt haben, machen Sie nun bitte im Stehen.
Ihre Kniegelenke dürfen dabei locker bleiben. Weiten Sie Ihren Brustraum abwechselnd nach vorne (zurückkehren mit SOOO oder MMH) und nach hinten (zurückkehren diesmal mit SOOO, MMH oder auch U-O-U). Der ganze Körper darf sich beteiligen! Beine und Arme machen von alleine mit. Genießen Sie die Beweglichkeit und: Lauschen Sie Ihrer Stimme im Raum!

5) Die Flügel ausbreiten

Gehen Sie nun einige Schritte, spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen. Beobachten Sie, wie beweglich Ihre Fußsohlen abrollen. Bleiben Sie nun stehen und breiten Sie Ihre Arme aus. Stellen Sie sich bitte vor, Sie hätten wunderschöne Flügel. Tönen Sie: HOO! HAA! Nun gehen Sie bitte wieder. Wiederholen Sie das einige Male.

6) Deutlich sprechen

Im Sitzen, sprechen Sie bitte diesen Satz:
Es klapperten die Klapperschlangen bis ihre Klappern schlapper klangen.

Nun hängen Sie bitte den letzten Laut eines jeden Wortes an das nächste Wort. So:
E sklapperte nd ieKlapperschlange nbi sihr eKlapper nschlappe rklangen.

Nehmen Sie sich bitte viel Zeit dafür, für jeden Laut! Einige Male.

Nun sprechen Sie den Satz wieder in seiner sinnhaften Form:
Es klapperten die Klapperschlangen bis ihre Klappern schlapper klangen.

Was hat sich verändert? Sprechen Sie langsamer? Deutlicher?

Zum Abschluss stellen Sie sich bitte vor, in einer Kirche zu sein, es hallt wunderschön! Genießen Sie den Klang Ihrer Stimme in Raum, während Sie sprechen!

Was fällt Ihnen auf? Wie klingt Ihre Stimme jetzt? Vielleicht freier, voller, weicher?

Viel Freude damit!